Wie der Schwimmkurs zum Erfolg wird?


Aus einer Vielzahl von Gründen möchten Eltern, dass ihre Kinder zu sicheren Schwimmern werden. Schwimmen ist gesund, förderlich für die Entwicklung des Bewegungsapparates und es ist der beste Schutz vor dem Ertrinken. Aber wie können Eltern es unterstützen, dass der Schwimmlernkurs zum Erfolg wird.


Heute gebe ich Antworten auf die wichtigsten Fragen.


1. Wie alt sollte unser Kind zu Kursbeginn sein?

Das ist sehr individuell. Das ideale Alter, um die erste Schwimmtechnik koordinativ zu erlernen, ist 5 bis 7 Jahre. Wichtig dafür ist, dass die Kids Übungsanleitungen des Trainers aufnehmen und verstehen. Das kann bei einigen Kindern etwas eher, bei anderen etwas später der Fall sein. Auch Kids mit 4 Jahren können schon einen Schwimmlernkurs besuchen und erfolgreich abschließen. Vor Anmeldung bei einer Schwimmschule oder einem Verein sollten die individuellen Voraussetzungen mit dem Trainer besprochen werden. Haben Eltern besonders früh das Ziel, ihr Kind im Schwimmkurs anzumelden, empfiehlt sich eine kurze Begutachtung durch die ausgewählte Schwimmschule.


2. Ist es zu empfehlen, mit unserem Kind im Vorfeld schon zu üben?

Ein großes JA und ein kleines NEIN!


Als Erstes zum kleinen Nein.

Schwimmbewegungen, von denen Sie selbst nicht genau wissen, wie sie korrekt ausgeführt werden, sollten Sie nicht üben lassen. Im Falle der ständigen Wiederholung falscher Bewegungsabläufe verfestigen sich Fehler, welche sich im Anschluss nur schwer korrigieren lassen. Das kann zur Folge haben, dass ihr Kind langfristig keinen korrekten Bewegungsablauf hat und somit nur langsam Fortschritte beim Schwimmkurs oder dem späteren freizeitlichen Schwimmen macht.


Nun zum großen JA!

Gehen Sie mit Ihrem Kind oft ins Wasser. Planschen in der Badewanne, Wasserstrahlen im Gesicht beim Duschen oder Springen in das Nichtschwimmerbecken im Schwimmbad. Kinder sollten ohne Angst dem Wasser begegnen. Es sollte zu ihrem Freund werden. Ganz nebenbei stärken Sie die Eltern-Kind-Beziehung und Ihr Kind lernt, dass es ihnen vertrauen kann. Stärken Sie Ihre Kinder schon beim Baden gehen, indem Sie kleine Fortschritte mit Lob honorieren.


Folgende Dinge können dabei geübt werden:

  • Tauchen mit öffnen der Augen unter Wasser (Finger zählen unter Wasser, Klammerfarben erkennen, Tauchringe oder andere Gegenstände vom Beckenboden aufheben)

  • Springen vom Beckenrand (Da wo es erlaubt ist und wo das Wasser ausreichend tief ist)

  • Bewusstes Ausatmen mit Mund und Nase in das Wasser (z.B. Blubberblasen, über Wasser einatmen und unter Wasser auspusten)

  • Gleiten in Bauch- und Rückenlage (Auf ein Brett legen, Beine langmachen und wie ein Boot durch das Wasser gleiten, Legen Sie Ihr Kind auf die Hände und lassen Sie es auf dem Wasser schweben. Spielen Sie dabei etwas mit dem Auftrieb. Bitte machen Sie dabei keine Späße und lassen einfach los. Das kann das Vertrauen schädigen, welches anschließend nur ganz schwierig zurückerlangt wird.)

  • Fortbewegen mit Hilfe von Armen und Beinen (An Händen oder auf einem Brett durch das Wasser strampeln, „Hundepaddeln“)

3. Sollten wir im Vorfeld Kurse zur Wassergewöhnung besuchen?

Es werden eine Reihe an Wasserkursen für Kinder vom Babyalter bis zum Seepferdchenalter angeboten. Gesundheitlich und zur Gewöhnung an das Wasser haben die meisten Angebote einen positiven Effekt auf Ihr Kind. Ein Muss ist es aber nicht.


4. Wie bereite ich mein Kind auf den Schwimmlernkurs vor?

Wichtig für einen erfolgreichen Schwimmkurs ist, dass sich die Kinder auf den Unterricht freuen und motiviert sind, ihn zu besuchen. Das ist nicht selbstverständlich, da der Weg zum Seepferdchen doch mit vielen Unsicherheiten und Herausforderungen gesäumt ist.

Den Kindern muss bewusst sein, was sie erwartet und was das Ziel ist. Sonst kann der erste Kurstag zu einem Negativerlebnis werden. Wir versuchen in den ersten Stunden eine Vertrauensbasis zu den Kids aufzubauen, damit sie sich auf die manchmal herausfordernden Übungen mit unserer Hilfestellung einzulassen.


5. Wie können Sie Ihr Kind im Vorfeld motivieren und den Fokus auf eine Lernsituation ausrichten?

Zielstellung: Schwimmen wie die Großen, genauso wie Papa und Mama! Hast du Lust, ein Seepferdchen zu werden? Wir haben einen Schwimmkurs gefunden! Hast Lust daran teilzunehmen und Schwimmen zu lernen? Gehen Sie gemeinsam eine Badekappe kaufen.


Ablauf: Am Montag findet die erste Schwimmstunde statt. Hast du schon Lust? Wir freuen uns schon riesig darauf, dich schwimmen zu sehen! Die kommenden zwei Wochen gehen wir in den Ferien jeden Tag zum Schwimmkurs. Du kannst jeden Tag ins Wasser gehen. Das wird toll!


Bei der Vermittlung des Ablaufs sollte klar sein, dass Sie mit Ihrem Kind nicht zum

Baden gehen, sondern einen Schwimmkurs besuchen. Dieser ist kinderfreundlich

gestaltet. Er verläuft aber trotzdem geordnet und wird mit festen Lehrinhalten

durchgeführt.


6. Mein Kind kommt nicht voran oder hat nach einem Rückschlag keine Lust mehr, zum Schwimmlernkurs zu gehen.

Schwimmen lernen benötigt Zeit. Je nach den individuellen Voraussetzungen. Sätze wie: „Jetzt musst du dich anstrengen, sonst bekommst du keine Seepferdchenabzeichen“, werden die Situation nicht verbessern. Stärken Sie Ihrem Kind den Rücken. Loben Sie schon kleine Fortschritte.

Wir als Schwimmtrainer geben immer wieder Feedback über kleinen Erfolge oder auch Schwierigkeiten, die sichtbar werden. Genauso geben wir Hinweise, wie Sie den Schwimmkurs durch Übungen oder auch mal eine gezielte Pause unterstützen können.

Geben Sie Ihrem Kind die Zeit, die es benötigt, um die komplexe Schwimmbewegung zu erlernen!



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